didaktische Herangehensweise

Als Pädagogin weiß ich, dass ich das Lernen meiner Schüler nicht direkt beeinflussen kann – das müssen Sie selbst tun. Ich kann allerdings die Situation und die Aufgabe passend gestalten, so dass Sie in einen Zustand versetzen werden, in dem sie die Lösung des Problems selbst erreichen könnten. Hierbei erkläre ich auch die funktionellen Zusammenhänge und versorge meine Schüler mit weitergehenden Informationen, die einem notwendigen Grundverständnis dienen. Die Ausgestaltung einer spezifischen Instruktion hängt vom Vorwissen und Können der jeweiligen Person ab denn es ist extrem wichtig, dass mich meine Reitschüler verstehen. Der Hintergrund dabei ist, dass eine neue Bewegung für den Lernenden lediglich eine Vorstellung, eine Imagination ist. Bei dem ersten Ausführen ist es für den Reitschüler, wie ein Tasten im Dunkeln - er probiert zwar etwas, aber im Grunde weiß er nicht, was er da tut.

Daher arbeite ich einerseits mit sehr konkreten Beschreibungen, als auch mit metaphorischen Anweisungen: Ich lasse zuerst meine Reitschüler die Sache selbst ausprobieren. Dann zeige ich die Bewegung vor, so dass er eine bessere Vorstellung hat. Ich führe die Bewegung mit dem Körper (z.B. mit dem Bein) des Reiters leitend im stehen aus, damit er es grob am eigenen Körper fühlen kann. Abschließend hilft die metaphorische Instruktion, um bei wenig (Vor-)Erfahrungen in einer bestimmten Situation an andere, bereits bekannte Bewegungserfahrungen anknüpfen zu können.

 

Am Ende ist es meinen Schülern möglich, durch das schnelle Feedback sich ihrer Bewegung bewusst zu werden und die Möglichkeiten für die Optimierung ihres Reitens zu erkennen. Mein Ziel ist es ihre Aufmerksamkeit dabei vor allem auf das gute Gefühl des gelingenden Reitens zu lenken, denn davon profitieren sie auch nachhaltig, um Probleme künftig auch eigenständig lösen zu können. Durch eine stärkere Konzentration auf die direkt im eigenen Reiten erfahrbare Bewegungsqualität wird eine schnellere und feinere Abstimmung mit dem Pferd möglich, wodurch sich letztendlich auch die Leistung weiter verbessern und nachhaltig Stabilisieren lässt. In unserem Beispiel wird dadurch das Angaloppieren besser, die Qualität stetig und die Harmonie zwischen Reiter und Pferd deutlich sichtbar und für sich selbst auch fühlbar.

 

Ein solchermaßen individuelles Eingehen auf das jeweilige Paar ist nur im Einzelunterricht oder Kleinstgruppen von zwei Reitern möglich. Zusätzlich arbeite ich mit digitalen Videoaufnahmen der Unterrichtsstunden, denn auf diese Weise haben meine Reitschüler die Möglichkeit, objektive Bilder zu den eigenen Wahrnehmungen heranzuziehen, da die eigenen Sinne leider mitunter auch täuschen.